Wir trauern um Harald Daiber

Mit großer Traurigkeit und tiefer Erschütterung nehmen wir Abschied von Harald Daiber, der uns am Montag, den 26. Januar 2026, mit nur 46 Jahren viel zu früh verlassen hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, bei seinen Angehörigen und bei allen, die ihm nahestanden.

Harald war ein Mensch, der Verantwortung übernommen hat – oft still, oft im Hintergrund, aber stets aus Überzeugung. In seiner Heimatgemeinde Bellenberg engagierte er sich über Jahre hinweg für das Gemeinwohl: als Mitglied des Gemeinderats, im Sozialverband VdK sowie im Zeitreise-Team, das lokale Geschichte bewahrt und lebendig hält. Dieses Engagement war für ihn kein Titel, sondern Ausdruck seiner Haltung: hinschauen, mittragen, da sein.

Ein einschneidender Teil seines Lebens war eine schwere gesundheitliche Krise, die ihn an seine Grenzen brachte. Dass er diese Zeit überlebt hat, war nicht selbstverständlich. Später sprach Harald offen darüber und nutzte seine Erfahrungen, um für mehr Sensibilität, Achtsamkeit und Menschlichkeit zu werben – für Erkrankte, für Angehörige, für ein Gesundheitssystem, das den Menschen sieht. Damit hat er vielen Mut gemacht.

Neben seinem gesellschaftlichen Engagement hatte Harald auch eine kreative, emotionale Seite: Die Musik, insbesondere das Singen im Gospelchor, war für ihn eine echte Leidenschaft und wichtige Kraftquelle.

Auch über Gemeindegrenzen hinaus war Harald verbunden: Er war Mitglied bei Queer und Christ und fühlte sich Fragen von Glaube, Identität und Gemeinschaft auf eine sehr persönliche Weise verbunden.

Harald hat wie ein Diamant in den unterschiedlichsten Farben geschimmert: So war er zum einen eine Person mit konservativen Ansichten, aber auch liberal gegenüber allen Menschen. Er hat in der Kommunalpolitik Verantwortung übernommen und war auch in der katholischen Kirche engagiert. Gleichzeitig erzählte er immer wieder mit Freude von legendären Nächten auf dem „Fummelball“, zu denen er sich auch gerne in Schale geworfen hat. Harald war im wahrsten Sinne des Wortes „pride“. Ein Mensch, der seine Art und Persönlichkeit nicht versteckt hat. So war es auch naheliegend, dass er sich im Prideverein Ulm.Neu-Ulm eingesetzt hat. Gleichzeitig war er in der CSU. Viele Jahre war er auch festes Mitglied der Gruppe Queer&Christ Ulm. Eine Gemeinschaft queerer Christen, die seit vielen Jahren den jährlichen queeren Gottesdienst veranstalten. Hier hat er gerne unter anderem im Singteam mitgewirkt.

Ein Diamant braucht einen Lichteinfall um zu strahlen. Leider haben immer wieder dicke Wolken der Krankheit sein Leben verdunkelt und so konnte Harald nicht immer das Funkeln zeigen, das doch in ihm wohnte. Sein verschmitztes Lächeln, seine Freude an schönen Dingen, auch der ein oder andere Flirt, seine Wärme, das alles und noch mehr haben Harald ausgemacht. Wir haben Dich lieb gewonnen und werden dich schmerzlich vermissen. Wir glauben fest, dass unser Diamant jetzt da ist, wo die Sonne so kräftig scheint, damit alle seine Farben in volle Pracht leuchten.

Benjamin Freibauer, Queer und Christ

Bei Pride Ulm.Neu-Ulm war Harald Mitglied im Ausschuss. Er konnte sich dort nur begrenzt einbringen – nicht aus mangelndem Interesse, sondern weil er parallel mit großer Hingabe die Pflege und Unterstützung seines Vaters übernahm. Dass er trotzdem Teil unseres Vereins bleiben wollte, sagt viel über seine Verbundenheit und seine Loyalität aus. Wir respektieren zutiefst, wie viel Verantwortung er getragen hat.

Wir trauern um einen Menschen, der viel gegeben hat – und dessen Lasten größer waren, als man oft sehen konnte. Harald hinterlässt eine Lücke. Und viele unausgesprochene Gedanken.


Ein persönlicher Hinweis:
Wenn du selbst gerade mit dunklen Gedanken kämpfst: Du bist nicht allein – auch wenn es sich vielleicht so anfühlt. Es gibt Menschen, die dir zuhören, ohne zu urteilen. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Bitte hol sie dir.