Selbstbestimmung in Zahlen: Änderungen der Geschlechtseinträge in Ulm und Neu-Ulm

Seit dem Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes am 1. August 2024 haben viele Menschen die Möglichkeit genutzt, ihren Geschlechtseintrag offiziell anpassen zu lassen. Der Schritt ist für viele weit mehr als ein formaler Verwaltungsakt – er bedeutet Anerkennung, Rechtssicherheit und Würde im Alltag.

„Für viele ist dieser Eintrag kein Formular, sondern ein Befreiungsschlag. Endlich stimmen Papier und Leben überein.“

Robin Schmitz, Vorstand Pride Ulm.Neu-Ulm

Der Pride Ulm.Neu-Ulm hat bei den Standesämtern der Städte Ulm und Neu-Ulm nachgefragt, wie häufig diese Möglichkeit seitdem genutzt wurde.

Die aktuellen Zahlen

ULMNEU-ULM
Stand15.12.202514.01.2026
Insgesamt9423
Aufteilung neu erklärter Geschlechtermännlich: 39
weiblich: 28
divers: 14
ohne Eintrag: 13

Mehr als Statistik

Hinter jeder Zahl steht eine Person, die einen wichtigen Schritt für sich gegangen ist. Für viele bedeutet die Änderung des Geschlechtseintrags erstmals, im Alltag mit dem richtigen Namen und dem richtigen Geschlecht anerkannt zu werden – bei Behörden, in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen und im privaten Umfeld.

„Diese Eintragsänderungen geben den Menschen vor allem eines zurück: Würde im Alltag. Wenn staatliche Dokumente die eigene Identität anerkennen, stärkt dies das Gefühl, als Mensch ernst genommen zu werden.“

Alpay Artun, Vorsitzender Pride Ulm.Neu-Ulm

Das Selbstbestimmungsgesetz zeigt bereits nach kurzer Zeit Wirkung. Die Zahlen aus Ulm und Neu-Ulm machen sichtbar, wie groß der Bedarf an rechtlicher Anerkennung ist – und wie wichtig verlässliche, diskriminierungsfreie Verwaltungsprozesse für eine offene Gesellschaft sind.

Der Pride Ulm.Neu-Ulm wird die Entwicklung weiterhin aufmerksam begleiten und sich dafür einsetzen, dass Selbstbestimmung, Respekt und Anerkennung keine Ausnahmen bleiben, sondern zur Normalität werden.