„gefährdet leben“: Sonderausstellung zu queeren Menschen im Nationalsozialismus

Beitragsbild für die Ausstellung gefährdet leben

Vom 30. August bis 6. November 2026 zeigt das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm die Sonderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“. Die historisch-dokumentarische Ausstellung erinnert an die Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen während des Nationalsozialismus – und erzählt zugleich von Selbstbehauptung, Widerstandskraft und individuellen Handlungsspielräumen.

Anhand von Dokumenten, Fotografien, Grafiken und persönlichen Zitaten zeichnet die Ausstellung unterschiedliche Lebensgeschichten queerer Menschen zwischen 1933 und 1945 nach. Sie zeigt, wie queere Treffpunkte und Strukturen zerstört, Menschen kriminalisiert, verfolgt und inhaftiert wurden. Dabei nimmt sie auch die Entwicklungen nach 1945 in den Blick: Für viele Betroffene endeten Diskriminierung und staatliche Verfolgung nicht mit dem Ende des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung wurde im Auftrag der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld erarbeitet und wird in Ulm von einem umfangreichen Begleitprogramm ergänzt. Vorträge, Lesungen, Führungen und Gesprächsformate stellen Bezüge zur Geschichte queeren Lebens in Ulm und der Region sowie zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen her.

Ausstellungseröffnung am 30. August

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 30. August 2026, um 11 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg. Nach der Begrüßung durch Dr. Nicola Wenge vom DZOK führt Helmut Metzner von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in die Ausstellung ein. Im Anschluss findet eine Kuratorenführung statt. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.

Zu den weiteren Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Kurzlesungen und Ausstellungserkundungen bei der Ulmer Kulturnacht am 19. September
  • ein Podiumsgespräch zur Geschichte und Gegenwart queeren Lebens in Ulm am 22. September
  • ein Vortrag von Dr. Noah Munier über queeres Leben in Ulm und im deutschen Südwesten während des Nationalsozialismus am 8. Oktober
  • eine Lesung mit Miku Sophie Kühmel aus ihrem Roman „Hannah“ am 19. Oktober
  • offene Führungen und besondere Austauschmöglichkeiten für die queere Community

Als Pride Ulm.Neu-Ulm e.V. begrüßen wir diese wichtige Ausstellung ausdrücklich. Queere Geschichte ist ein unverzichtbarer Teil unserer gemeinsamen Erinnerungskultur. Die Auseinandersetzung mit der Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus erinnert uns zugleich daran, wie wichtig Sichtbarkeit, Solidarität und der Schutz queeren Lebens auch heute sind.

Wir laden alle Interessierten herzlich dazu ein, die Ausstellung und das Begleitprogramm zu besuchen.

Zeitraum: 30. August bis 6. November 2026
Ort: KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg, Am Hochsträß 1, 89081 Ulm
Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Weitere Informationen, alle Termine und Hinweise zu Führungen gibt es auf der Website des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg: https://dzok-ulm.de/ausstellungen/sonderausstellung-gefaehrdet-leben-queere-menschen-1933-1945/