„SELBST & BESTIMMT“ – CSD 2024 setzt Fokus auf Diskriminierung von trans* Menschen

Der größte und bunteste CSD, den Ulm und Neu-Ulm je hatten. Mit dieser Ansage legt sich unser Verein die Messlatte sehr hoch, wenn es um den diesjährigen Christopher Street Day (kurz „CSD“) geht. Diesen organisieren und veranstalten wir als neugegründeter Verein erstmals selbst.

Beim PRIDE SUMMER KICK-OFF kamen zahlreiche Mitglieder und Interessierte, um alles bisher bekannte über den CSD zu erfahren. Die Vorstandsmitglieder Alpay Artun und Robin Schmitz führten die Anwesenden dabei ein Mal durch das gesamte Tagesprogramm.

„Wir freuen uns darauf, queere Menschen und ihre Themen auf die Straßen Ulms und Neu-Ulms zu bringen. Die Zunahme reaktionär rechter Tendenzen zeigt es sich, wie wichtig es immer noch ist, gegen die Diskriminierung marginalisierter Menschen zu Kämpfen und für ihre Akzeptanz einzutreten“ kommentiert Robin Schmitz.

So wird die Parade um 15:30 Uhr in Ulm beginnen und bis zur Glacis Galerie führen, ehe sie zurück zum Münsterplatz verläuft. Diesmal sollen auch Organisationen, Parteien und Unternehmen mitmachen, sofern deren Teilnahme in keinem Konflikt mit den Vereinszielen steht. Ausdrücklich erwünscht ist der Einsatz von Musik, Fahrzeugen, Kostümen, Transparenten oder Merchandise.  Interessierte können sich ab sofort melden.

Zur genauen Route der Parade gab es jedoch noch keine konkreten Informationen, da es hier aufgrund vieler Baustellen noch Abstimmungen mit den Städten auf beiden Seiten der Donau bedarf.

Beim Abendprogramm werden die beiden Träger*innen der Schirmherrschaft ein Grußwort sprechen: Herr Oberbürgermeister Ansbacher aus Ulm und Frau Oberbürgermeisterin Albsteiger aus Neu-Ulm. Darüber freuen wir uns als Verein sehr.

„Dieser CSD soll existierende Diskriminierung sichtbar machen. Wir wollen mit einer positiven Grundhaltung und unter Einbeziehung der Breite der Gesellschaft die Akzeptanz für unsere Belange erhöhen und um Unterstützung kämpfen. Schließlich zeigt sich die Stärke einer gesunden Demokratie an der Freiheit und dem Schutz ihrer Minderheiten“ beschreibt Alpay Artun das Format des CSDs.

Redebeiträge wird es unter anderem von der trans* Abgeordneten Tessa Ganserer, MdB,  geben, sowie von Paulino Kirschner, Leiter der Trans* Jugendgruppe. Zur Unterhaltung des Publikums dient eine Drag Show, sowie eine Tanzperformance von FKV Dance. Man ist weiterhin mit anderen Redner*innen und Künstler*innen im Gespräch und wird im Laufe der Wochen weitere große Ankündigungen hinsichtlich des Programms machen.

Eine DJane wird auf dem Münsterplatz außerdem für Musik sorgen bis zum Ende der Abendveranstaltung. In Kooperation mit dem cocomo findet dort ab 22 Uhr die offizielle After-Show-Party statt.

Während der Bekanntgabe wurde betont, dass der CSD eine gute Mischung sein wird, um einerseits Erfolge bei der Gleichberechtigung zu feiern und andererseits den Finger dort in die Wunde zu legen, wo es weiterhin Diskriminierung in Gesellschaft und Recht gibt.

So wurde die Forderung erhoben, dass die Städte Ulm und Neu-Ulm eine Antidiskriminierungsstelle schaffen sollen, um eine Anlaufstelle für marginalisierte Menschen bieten zu können. Sichere Begegnungsorte für queere Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft sollen nach dem Vorbild des “queeren Zentrums” in Mannheim gestaltet werden. Das Selbstbestimmungsgesetz, das wir ausdrücklich loben und für einen Meilenstein halten, beendet die Entwürdigung von trans* Menschen. Jedoch ist es nicht frei von Kritik: Durch das Hausrecht bleibt eine Hintertür offen, die die Diskriminierung beispielsweise durch Zugangsverbote zu Bädern ermöglicht. Der Verein fordert, dass hier nachgebessert werden muss. Abschließend wurde bedauert, dass das Bundesland Bayern als einziges Bundesland nach wie vor keinen queeren Aktionsplan nachweisen kann. Gerade hinsichtlich steigender Hassgewalt gegenüber queeren Menschen, muss dies schnell geändert werden.

Am Ende des PRIDE SUMMER KICK-OFF umriss Alpay Artun die Werbekampagne, mit der möglichst viele Besucher*innen zum CSD gelockt werden sollen. Wir freuen uns über Spenden und Sponsoren.

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